Oh-Manno-Manno-Mann – Gott-sei-Dank habe ich Mr. Big gleich an der Strippe gehabt, als ich bei meiner Tierärztin Jasmin Grau angerufen habe. 

Aber von vorne:

Es war heute der Samstag der Samstage – ich bin total kaputt. Zuerst habe ich bei meiner Katzen-Tour durch den Wald komisches „Gekrieche“ oder so etwas ähnliches gesehen. Na ja, ob die so heißen, das weiß ich nicht, sie waren dunkel mit gelben Punkten versehen und standen still, wenn ich langsam ging. Sobald ich aber gestanden bin, haben sie sich bewegt. Sicherlich sind sie gefährliche Ungetüme, die zuerst klein sind und beim Angriff wachsen.

Menschenskinder, haben die mich vielleicht erschrocken. Dann, es ging noch weiter, entdeckte ich den stacheligen Kerl im Laub – auf dem Rücken liegend. Ich sah da mal gar nichts, nur, dass das „Gekrieche“ dem Kerl immer näher kam – wahrscheinlich wollten sie ihn fressen! Es schaute mich auf alle Fälle ein verängstigtes kleines Gesicht durch ein kleines Loch, umrandet von tausenden von Stacheln, erstarrt an. Ich dachte mir, „jetzt aber schnell handeln!“ Ich nahm mein iPhone aus meinem Felltäschchen und rief Mr. Big, den Praxishund meiner Tierärztin Jasmin Grau ganz aufgeregt an – fast konnte ich nicht miauen, so aufgeregt bin ich gewesen.

In der mir nur möglichen Schnelligkeit miauen zu können erzählte ich Mr. Big, was hier gerade ab ging. Ich sagte ihm, wie ratlos ich bin, denn der stachelige, auf dem Rücken liegende Kerl bekommt sicherlich irgendwann keine Luft mehr oder so was ähnliches. Ich könnte mir auch vorstellen, dass er Bauchweh hat oder einfach Angst vor den Ungeheuern mit den gelben Punkten, die ihn gleich fressen wollen. Mr. Big meinte: „Du musst dem Kerl einfach helfen, wieder auf seine kurzen vier Beine zu kommen, damit er wieder stehen und vor allen Dingen von dem gepunkteten Gekrieche wegrennen kann.“ Nun ja, miaute ich schnell weiter „wie soll ich das denn nur machen – bei den vielen Stacheln?“ 

Dann, wie durch ein kleines Wunder, sah ich einen Ast, der eine Verästelung hatte, genau so groß, dass ich den stacheligen Kerl damit fassen konnte. Schnur-stracks lief ich so, mit meinem „Ast-Igel-Anhänger“ in meinem Maul zu meiner Tierärztin. Mr. Big stand schon an der Praxistür und ließ mich auch gleich mit meinem Anhänger herein. Als Frau Doktor Jasmin Grau dann das Zimmer betrat flitzte ich wie ein Stukka weg vom Stachelkerl. Aus der sicheren Ferne schaute ich zu, was da ab ging – sicher ist sicher!

Wahnsinn, was Frau Doktor alles mit dem Kerl anstellte, um zu schauen, wie es ihm geht.

Schließlich muss ja auch sie auf die vielen Stacheln acht geben, denn sie muss ja auch noch vielen anderen Tieren mit ihren Wunderhänden helfen können.

Es dauerte eine kleine Weile, aber der kleine Kerl bekam doch sehr zügig immer mehr Vertrauen zu meiner süßen Tierärztin. Dann bekam er doch wahrlich sogar ein Wurstbrot offeriert …… ja gibt es denn so was! Eigentlich habe ich doch auch so Hunger – oder doch nicht? Mit dem vielen Adrenalin in meinem kleinen Katzenkörper platze ich eh gleich!

Oh nein, was macht er denn jetzt

……. ja spinnt der denn? …… der leckt den Handschuh von meiner Frau Doktor ab

….. und jetzt will er ihn fressen! Mr. Biiiieeeg, pass da doch mal bitte mit auf! Der Kerl lässt sein Wurstbrot liegen und frisst den Handschuh von Deinem Frauchen! Manno, manno, mann!!!!

Jetzt redet er sogar mit Frau Doktor. Ach, wir sind gar kein Kerl, wir heißen „kleine Prinzessin“!

Da hatte ich heute doch wahrlich „royalen Kontakt!“

Übrigens: Frau Doktor erzählte mir als alles vorbei war und ich mich wieder beruhigt hatte, dass das „Gekrieche“ unter Naturschutz stehende Feuersalamander gewesen sind. Nicht ein Jeder habe das Glück diese hübschen, eher seltenen Tiere zu Gesicht zu bekommen. Hah, da war ich aber dann vielleicht stolz drauf. Ich ging los und erzählte einem jeden Kumpel oder noch-nicht-Kumpel, der mir über den Weg lief:

„Ich habe heute Feuersalamander gesehen!“ und, ich habe seit heute einen neuen Kumpel, nein, eine royale Kumpeline, die „kleine Prinzessin“, welche ich von Ungeheuern mit gelben Punkten im Wald gerettet habe! Ich bin ein Held!